Von damals ...

HGP zu Beginn der 1980-er Jahre

Die Idee, Lautsprecher zu bauen, entstand bereits in frühester Jugend. Es gibt recht viele Freunde und Verwandte, die auch heute noch mit Lautsprechern Musik hören, die ich als Jugendlicher gebaut habe. HGP hießen sie schon damals, denn das Logo drängte sich bei drei Vornahmen förmlich auf. Mein Vater sägte das Logo aus Alu raus und klebte es ganz stolz auf die Lautsprecherfronten.


 

Noch bartlos und sehr jung beschloss ich Anfang der 1980-er Jahre, den Lautsprecherbau zum Beruf zu machen. Ich ging also zum Passauer Gewerbeamt, bezahlte 15 Mark für den Amtsschimmel und war ab sofort Unternehmer. Vorher musste ich dem Kind noch einen Namen geben, wie die Beamtin meinte, als sie mich auf die Stelle im Formular aufmerksam machte, an der der Firmenname stehen sollte. In der Aufregung fiel mir der Name ein, den meine bisherigen "Werke" schon trugen: HGP

 

DOM1 (1984)

OK, und was nun? Ich musste Lautsprecher bauen und diese auch verkaufen. Und zwar so, dass ich davon leben konnte. Zum Glück ist man als junger Mensch noch so naiv, dass sich der Gedanke "wird schon werden" als plausible Erklärung festsetzen kann. Der Glaube an die eigenen Fähigkeiten, an das Glück und das positive Denken der Jugendzeit prägten die ersten Jahre von HGP. Es entstanden eine Menge Lautsprecher "aus dem Bauch". Die DOM z.B. war eine Box, die mir einfiel, als ich am Passauer Dom vorbeiging und mir dabei ein architektonisches Detail des Gebäudes auffiel, welches zur Lautsprecherbox wurde.


 


 


 

NIGHTINGALE CP70

Und dann kam die NIGHTINGALE.

Das war 1986, eine Zeit, in der Lautsprecher die Anmutung von Waschmaschinen hatten: großer Baßlautsprecher dominiert eine Schallwand, in der sich noch weitere, kleinere "Knöpfe" befinden. Die NIGHTINGALE war eine Kampfansage, denn sie war ganz anders: kleine Lautsprecher klingen größer und präziser, sie sind außerdem hoch belastbar. Das gelang mit einem speziell entwickelten Gehäusesystem und einem schwäbischen Tüftler, der ebenfalls ausgetretene Pfade verließ, und Treiber lieferte, die halfen, meine Ziele zu realisieren. Die KEVLAR-Membranen der NIGHTINGALE-Treiber waren damals noch unüblich, ich wurde immer wieder gefragt, wieso ich die Dinger gelb anmalen würde ...


Seitenwege

STARLING, die große NIGHTINGALE

Mit dem Modell NIGHTINGALE begann der Aufstieg von HGP vom Insider zum bekannten Lautsprecherhersteller. Deutsche HiFi-Händler und in zunehmenden Maße auch ausländische Vertriebe interessierten sich für unsere Lautsprecher, die immer professioneller und strukturierter entstanden und angeboten wurden.

KLASSIK PP1 mal anders: ein kunstvolles Einzelstück, aufgehängt an der Zimmerdecke

Strukturen wie z.B. Modellserien sind zwar professionell, für einen kreativen Entwickler können sie aber auch eine Geisel sein! Diese Fokussierung auf Firmenidentitäten im Auftritt und im Produkt selbst sind eine Herausforderung und gleichzeitig langweilig weil sie wenig Raum lassen. Es entstanden Projekte wie die auf dieser Seite (mein herzlicher Dank gehört dem genialen Freund und Schreiner Thomas) abseits dieser Pfade, die nie offiziell angeboten wurden. Viele andere und ähnliche Projekte sind nicht dokumentiert, und sind deshalb leider verlorene Zeugen von Arbeiten abseits der professionellen Zwänge.

Interessant ist die KLASSIK (unteres Bild), die lange vor dem Erscheinen der Mitbewerberprodukte schon einen Ausblick auf abgerundete Seitenflächen bot.

Gelbe KEVLAR-Membranen und abgerundete Gehäuse - HGP als früher Trendsetter.


 


 

 

KLASSIK, der Uran aller gerundeter Lautsprechergehäuse